Renovationen in 2020 im Greuterhof


Schluss mit der Pflästerlipolitik (Thurgauer Zeitung, 02.12.2020)

Schluss mit Pflästerlipolitik: Der Greuterhof in Islikon steht vor einer nachhaltigen Sanierung

 

Stiftung und Verein Greuterhof investieren 2,6 Millionen Franken in die Sanierung des Isliker Industriedenkmals.

 

Stefan Hilzinger, Thurgauer Zeitung, 02.12.2019

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Bild: Im Greuterhof: Die Architekten Michael Helbling und Gabriel Müller besprechen mit Stiftungspräsident Andreas Jäger (Mitte) die Baupläne.



Auszug aus Zeitungsartikel (siehe oben rechts):

Der Greuterhof soll das Gesicht bekommen, das er verdient. Stiftung und Verein Greuterhof haben Ende vergangener Woche bei der Gemeinde Gachnang das Baugesuch für eine Sanierung im Umfang von 2,6 Millionen Franken eingereicht. Es ist ein grosser Lupf für die gemeinnützige Institution – doch ein dringend notwendiger, wie Stiftungspräsident Andreas Jäger erklärt. Er sagt:

«Bisher betrieben wir Pflästerlipolitik. Jetzt wissen wir, wie der Greuterhof künftig aussehen soll, und daran arbeiten wir.»

Vor dem Verfall retten muss die Stiftung die einstige Textilfabrik nicht mehr. Das hatte der Isliker Unternehmer Hans Jossi getan. Doch nun geht es laut den beiden Frauenfelder Architekten Michael Helbling und Gabriel Müller darum, dem stattlichen Bau eine Zukunft zu sichern als ein lebendiger Ort, ohne dabei zu stark in die alte Substanz einzugreifen. «Der DNA des Gebäudes muss Sorge getragen werden», so formuliert es Helbling, der schon den Umbau der Greuterscheune in ein Seminarhotel geplant hat.

 



Laut Jäger sollen die Arbeiten zwischen April und September 2020 ausgeführt werden. Die Bauphase ist mit der Greuerhof AG von Renato Blättler abgesprochen, die grosse Teile der Anlage gepachtet hat. Die Fassaden gegen Süden und Westen werden erneuert, und ausserdem wird das Dach umgedeckt – als dringendste Arbeiten. Wichtigste Neuerung im Innern ist der Einbau eines Liftes im Südflügel.

«Wir greifen dort baulich ein, wo bereits Veränderungen vorgenommen wurden.»

Das sagt Architekt Müller. Die geplanten Eingriffe seien mit der Denkmalpflege abgesprochen, wie überhaupt die ganze Sanierung. «Die Zusammenarbeit war für alle Beteiligten dankbar», betonen Jäger, Helbling und Müller.

 

Ein Lift, damit alle überall Zugang haben

 

Der Lift – als ein Zeichen der Zeit – dient der 

behindertengerechten Erschliessung des gut 200-jährigen Gebäudes. Er verschafft der Stiftung aber auch mehr Flexibilität bei der Nutzung und Verpachtung der Räume, weil der Zugang besser wird. Besser nutzbar für den Seminarbetrieb soll künftig auch der Jossi-Saal werden, in dem ein störendes Podest abgebaut werden soll, um mehr Nutzfläche zu schaffen. Allerdings hänge das noch von der Finanzierung des Sanierungsprojekts ab, schränkt Jäger ein.

«Einen Teil der Sanierung stemmen wir mit Eigenmitteln, einen Teil können wir dank Bankkrediten finanzieren. Für den Rest rollen wir nun ein Fundraising aus.»

So erklärt es der Stiftungspräsident. Die Arbeiten in der Südwest-Ecke des Gevierts sind nur die erste Etappe. Jäger sagt, es gehe der Stiftung nun um langfristige Investitionen für eine ansprechende Infrastruktur für die Berufsbildung.

 

 

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Das Ende der Pflästerlipolitik (Der Landbote, 02.12.2020)

Das Ende der «Pflästerlipolitik»

 

Der Greuterhof in Islikon soll im nächsten Jahr für rund 2,6 Millionen Franken saniert werden.

 

Jonas Gabrieli, Der Landbote, 02.12.2020

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Bild: So soll das Foyer des Greuterhof-Gevierts mit der Kaffeebar ab nächstem Spätsommer aussehen. Visualisierung: Innoraum AG



Auszug Zeitungsartikel Der Landbote:

Nach vielen Jahren ist es nun konkret: Von April bis September 2020 soll das historische, im Viereck mit einem Innenhof angelegte Greuterhof-Geviert in Islikon (siehe Box) saniert werden. Dies schreibt die Stiftung Greuterhof in einer Medienmitteilung. Es ist die erste umfassende Sanierung des Gebäudes und Teil eines Masterplans, der weitere Reparaturen bis 2030 vorsieht.

In der nun geplanten ersten Etappe ist nebst der dringenden Sanierung des teils undichten Dachs und der Fassade an der Hauptstrasse auch der Einbau von neuen Nasszellen vorgesehen. Gleich daneben soll zudem erstmals ein Lift eingebaut werden, der bis ins Telefonmuseum führen soll. «So stellen wir den behindertengerechten Zugang zu den denkmalgeschützten Räumen sicher, und der Lift trägt zum Werterhalt der Liegenschaft bei», heisst es in der Mitteilung.

Der Jossi-Saal, benannt nach dem 2004 verstorbenen Stiftungsgründer und Unternehmer Hans Jossi, soll vergrössert werden. Aus dem heutigen Foyer soll eine Kaffeebar entstehen. Diese würde, wie es der Grossteil des Areals bereits ist, von der Greuterhof AG gepachtet. «Jugendliche mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf» könnten sich dort zu Baristas, also Kaffeeexperten, entwickeln, schreibt die Stiftung in der Mitteilung.

 

Diese hat das Baugesuch letzte Woche bei der Gemeinde Gachnang eingereicht, wie Präsident Andreas Jäger sagt. Voraussichtlich in den nächsten Wochen wird es öffentlich aufgelegt werden.

 



Von 1,3 auf 2,6 Millionen

Dass das Geviert des Greuterhofs dringend saniert werden muss, hat die Stiftung in den letzten Jahren immer wieder betont. 2016 war die Rede von 1,33 Millionen Franken, die dafür nötig seien. Rund ein Jahr später lag der Betrag bei 1,7 Millionen, nun soll die Sanierung also rund 2,6 Millionen Franken kosten. «Das ist sehr positiv, weil wir mehr finanzieren konnten und dadurch auch mehr sanieren können», sagt Präsident Jäger. In den Jahren zuvor habe man einfach «dringend, dringend» das Dach sanieren und die Fassade verschönern wollen. «Wir wollten damals eine Luxusvariante, einen Ferrari von einem Dach, bauen lassen», sagt Jäger. In den letzten Jahren hat die Stiftung immer wieder kleine Reparaturen am Dach vorgenommen. «Pflästerlipolitik», wie Jäger sagt.

«Erst waren wir traurig darüber,

im Nachhinein war es aber  ein Glücksfall.»

Andreas Jäger, Präsident Stiftung Greuterhof

Das nun geplante Projekt ist von einer reinen Dach- und Fassadensanierung weggekommen. Auch, weil man enger mit der Denkmalpflege zusammenarbeitete. So sass der Chef der Denkmalpflege, Ruedi Elser, seit 2017 in der Restaurierungskommission des Greuterhofs. «Er hat uns sehr wertvolle Tipps gegeben», sagt Jäger. Etwa, dass bei einem solchen Gebäude zuerst die Infrastruktur aufgewertet werden solle. Deshalb habe man nun auf das «Ferraridach» verzichtet, um stattdessen Geld für Infrastruktur wie Nasszellen oder einen Lift zu haben.

 

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