Fakten & Legenden


50 Jahre Farbfernsehen (1967-2018)

Am 25. August 1967 eröffnete der deutsche Vizekanzler Willy Brandt an der grossen Funkausstellung in Berlin mit einem Knopfdruck das Farbfernsehen.  Die erste Farbsendung die übertragen wurde war „Der goldene Schuss“, moderiert von Vico Torriani. Der offizielle Start in der Schweiz erfolgte jedoch erst am 1. Oktober 1968.

 

Jetzt können dann bei Fussballübertragungen die Mannschaften besser unterschieden werden. Ja, wie war es doch schwierig und zum Teil anstrengend beim Schwarz-Weiss Fernseher die Spieler der Mannschaften voneinander zu unterscheiden. Der Sport war es schliesslich, der den Durchbruch brachte. Auch andere Sportübertragungen z.B. Olympiaden wurden farbenfroher und das Interesse der Fernsehzuschauer stieg stark an.

 

 

Auch die Fernsehsender in den USA sendeten möglichst viele Aufnahmen in Farbe, damit die Zuschauer eben diesen Sender anschauten, was wiederum bedeutete, dass es dann für den jeweiligen Sender lukrative Werbeeinnahmen brachte.


Zu Beginn gab es verschiedene Systeme in der Sendetechnik:

PAL:      Phase alternating Line

              Anwendungen in Europa, Afrika, Asien, Südamerika

SECAM: Séquentiel couleur à memoire

              Anwendungen in Frankreich, UdSSR, DDR, Osteuropa

NTSC:    National Television Systems Commitee

               Anwendungen USA, Kanada, Mexiko und einige

 

               Länder Ostasiens


 

 

Wie bereits erwähnt konnte man in den USA bei den Geräten den Farbton verändern. Die Ansagerin läuft manchmal grünlich an, als würde ihr schlecht; dann wieder sieht sie so aus, als stünde sie mit hochrotem Kopf kurz vor einem Schlaganfall. Böse Zungen übersetzten dann deren NTSC System scherzhaft mit „Never twice the same Color“.

Es war also für gewisse Länder nicht einfach diese verschiedenen Systeme zu empfangen. Auch in der Westschweiz mussten die Geräte „mehrnormig“ sein, damit sie die französischen und die schweizerischen Farbsendungen empfangen konnten, was wiederum eine Verteuerung der Apparate bedeutete. In Deutschland konnte man für ca. 300 Mark einen PAL-SECAM Decoder kaufen damit man eben ost- und west-deutsche Farbsendungen empfangen konnte.

Die Einführung in der Schweiz war ebenfalls für viele Menschen ein besonderes Ereignis, vielleicht eben wegen dem damals hohen Anschaffungspreis eines solchen Gerätes. Der Preis von ca. 3‘000.- Franken (fast so viel wie ein Kleinauto) war für viele Konsumenten eben schon ein Luxusprodukt. 

Dieser Preis bedeutete bei vielen Menschen ein 3- bis 4-faches Monatsgehalt. Viele TV- Geschäfte nutzten dies und gaben die Geräte in Miete an die Kunden, aber auch das kostete 80.- bis 100.- Franken pro Monat. Das bedeutete, dass man bei einer Vertragsdauer von 48 Monaten ca. 4000.- bis 5000.- Franken bezahlte. Allerdings waren dann die doch häufigen Reparaturen eingeschlossen. Diese Reparaturen waren relativ teuer. Die Spannung an den Bildröhren betrug ca. 15‘000 Volt und deshalb mussten oft die Hochspannungsröhren ersetzt werden. Wenn der Bildschirm jeweils dunkel war hatten die Leute immer Angst, dass der Bildschirm defekt sei und es deshalb eine sehr teure Reparatur geben könnte. Meist waren es aber eben „nur“ die Hochspannungsröhren.

 

 

Weit verbreitet waren in der Schweiz deutsche Farbfernsehmarken wie Grundig, Telefunken, Saba, Metz und auch Philips. Japanische und amerikanische Geräte waren praktisch unbekannt.


Prinzip der Farbfernsehgeräte


Durch eine Aufnahmekamera wird das Bild aufgenommen, in seine Grundfarben Rot, Grün und Blau zerlegt, in elektrische Signale umgewandelt und mit Hilfe elektromagnetischer Wellen zum Empfänger übertragen. Im Empfänger werden mit diesen Signalen drei Elektronenstrahlen gesteuert, die auf rot, grün oder blau leuchtende Punkte des Bildschirmes treffen. Die betreffenden Punkte leuchten dann auf.

Die Punkte sind so klein, dass man sie mit blossem Auge nicht unterscheiden kann. Nimmt man eine Lupe zu Hilfe, dann sieht man, dass diese rot, grün oder blau leuchtenden Punkte je nach Art der Bildröhre linienförmig oder im Dreieck angeordnet sind. Insgesamt befinden sich auf einem Bildschirm ca. 1,2 Millionen solche rot, grün oder blau leuchtende Bildpunkte.

 

Auch war die Farbqualität am Anfang noch nicht so gut wie heute. Es wurden die drei Primärfarben rot-grün-blau eingesetzt. Mit dem relativ flachen Bildschirm gab es an den Aussenseiten natürlich Verschiebungen der drei Farben, die jeweils aufwendig  korrigiert werden mussten, damit eben keine farbigen Doppelbilder sichtbar wurden. 

Das Bild zeigt das Prinzip der Bildröhre zu Beginn der Farbtechnik.

 

Heute wird digital übertragen und die Flachbildschirme lösten die Röhrenfernseher ab. Sie sind flach und sehr gross, auch die Herstellung der Geräte ist heute im Vergleich zur früheren Röhrentechnik wesentlich günstiger geworden. Diese Flachbildschirme verbesserten die Qualität und Schlag auf Schlag erhält man heute unvergleichlich brillante Bilder. Dank modernster Übertragungstechnik und modernen Glasfaserkabeln ist die Übertragung der Fernsehsignale nicht mehr durch den Äther sondern über Kabel möglich geworden. Dies wiederum brachte die Dachantennen zum Verschwinden, was ja nicht zum Nachteil unserer Ortschaften und Städte ist. Meistens konnten wir in unserer Umgebung am Anfang nur zwei deutsche Sender und das Schweizer TV Programm empfangen. Die heutige Sendervielfalt ist gewaltig und nimmt immer noch zu.



Bedienungsanleitungen (Swisscom Produkte)

Telefon-Wählscheibe als App für Smartphones

Wählscheiben-Apps für iPhone, Android und Windows Phone.

 

Look and Feel der meist kostenpflichtigen Apps ist pseudo-nostalgischVon Alexander Kuch

 

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Testfrage: Stammt das Wort "Handy" aus dem Englischen?

Spannende Zeiten: Wir werden älter, der technologische Fortschritt überrennt uns und schon werden  Handies museumsreif!

Dank der Schenkung einer fast kompletten Sammlung von Ericsson- und Sony-Ericcson-Mobiltelefonen kann das Museum den Anfang der Handy-Aera eindrücklich dokumentieren.


Woher kommt überhaupt der uns so geläufige Name "Handy"? Wohl aus dem Englischen, wie so Vieles?

Falsch! Dort heisst das Handy nämlich mobile oder cell phone.

Allgemeinbildung Kompakt Duden schreibt darüber:

Das Wort handy ist im Englischen als Adjektiv bekannt und bedeutet griffbereit, praktisch oder geschickt; der handyman ist ein Handwerker. Vermutlich wurde der Begriff Handy in Deutschland geprägt. Damit ist der Begriff Handy ein typischer Vertreter der Schein- oder Pseudoanglizismen, womit Begriffe bezeichnet werden, die zwar aus englischem Wortmaterial gebildet sind, die es im Englischen jedoch nicht gibt, zumindest nicht in der Bedeutung, in der sie hierzulande verwendet werden. Dazu zählt beispielsweise der Smoking, der im Englischen dinner jacket heisst. Auch die Berufe eines Dressman, Showmasters oder Barkeepers sind rein deutsche Erfindungen. Für den Bodybag gibt es eine englische Bedeutung, nämlich Leichensack. Bei uns ist damit meist eine Art Rucksack gemeint, welcher im Englischen wiederum rucksack heisst! Zu den skurrilsten Pseudoanglizismen zählt das Public Viewing, das öffentliche Rudelgucken einer TV-Liveübertragung zB. eines Fussballspiels. Im Englischen versteht man darunter die öffentliche Aufbahrung eines Toten.


Etwas Lebenskosten-Statistik

Lebenserwartung:

Männer lebten in der Schweiz 1950 durchschnittlich 66,4 Jahre, heute sterben sie mit durchschnittlich 80,1 Jahren. Dies ist mit ein Grund, weshalb sich der Kostenanteil des Gesundheitswesens am schweizerischen BIP von 4,8 (1960) auf 11,4 Prozent (2009) mehr als verdoppelte.

 

Konsumausgaben:  Was billiger wurde:

1990 beliefen sich die Konsumausgaben auf rund 182 Milliarden Franken. 2008 hatten die Schweizer für Nahrungsmittel, Kleider, Wohnung, Auto und so fort bereits über 298 Milliarden Franken zur Verfügung. Trotz diesem Anstieg: Es muss prozentual immer weniger für Lebensmittel aufgewendet werden: 1990 betrug der Anteil an den Konsumausgaben 12,5 Prozent, heute sind es noch 10,5 Prozent.

Was teurer wurde:

Überdurchschnittlich zugenommen haben die Ausgaben fürs Wohnen (plus 14 Prozent), die Gesundheitspflege (plus 42 Prozent, siehe oben!), und das Telefonieren (plus 37 Prozent). Hier hat die Verbreitung des Mobilfunkverkehrs und des Internets Spuren im Portemonnaie hinterlassen.


Der Erfinder der Glühbirne als Wortschöpfer

Die Welt hat Thomas Alva Edison ein Wort zu verdanken, das seither aus dem Telefonverkehr nicht mehr wegzudenken ist.

F.P. Fish, der Vorsitzende der amerikanischen Telephongesellschaft, hat überliefert, wie es dazu kam:

"Als das Telephon in Gebrauch genommen wurde, waren die Leute gewohnt, eine Glocke zu läuten und dann nachdrücklich zu fragen: "Sind Sie dort?", "Sind Sie bereit?".

Schön, Mr. Edison verwarf diese umständlich-unamerikanische Art von Fragen. Er nahm eines Tages einen Empfänger und schrie ein Wort ins Mikrophon, ein sehr zufriedenstellendes, markiges Wort: "Hallo!".

Es hat seinen Weg um die ganze Welt gemacht. Die Japaner brauchen es, es wird in der Türkei gehört, und Russland kam ohne dieses Wort nicht durch; ebenso wenig Patagonien oder Belutschistan."


Übrigens: Wäre es nach Alexander Graham Bell gegangen, würden wir unsere Telefonpartner jetzt mit dem seemännischen "Ahoi!" begrüssen!


Dieses 10 Meter hohe Ausstellungsstück passte nicht ins Museum

Historischer Telefonmast.

Gemäss dem Leitsatz "Kulturgut Telekommunikation – erhalten und bewahren" wurden wir aktiv, als wir erfuhren, dass 1994 in Frauenfeld der letzte Telefonmast abgebrochen und verschrottet werden sollte. Dank einer Kostenübername der früheren Telecom (heute Swisscom)  wurde er gerettet und fand seinen neuen Standort neben dem Greuterhof. Und nicht nur das: Pensionierte Leitungsmonteure gaben anschliessend dem Mast seine ihm zugedachte Aufgabe zurück und spendierten ihm fachgerecht (exakt parallel!) gespannte Drähte abgehend in drei verschiedene Richtungen.

Und nun wurde er auch Symbolfigur im Titel dieser Homepage.

 

Wie erkennt man den Unterschied zwischen einem Telefonmasten und einem Strommasten? Beim Strommasten sind die Isolatoren links/rechts in der Höhe versetzt zueinander, beim Telefonmasten sind sie nebeneinander.



Erinnerung an die Sonderschau zum Brand einer Telefonzentrale (2009)

Da ein damals direkt Betroffener heute im Stiftungsrat des Telefonmuseums sitzt, konnte über jenes Ereignis aus erster Hand berichtet werden. Ergänzend dazu hat Arthur Kammer über den Brand der Telefonzentrale Hottingen einen kurzen Film gemacht. Charmantes Detail anlässlich dieser Katastrophe: Zwei Darsteller in diesem Kurzfilm lernten sich seinerzeit als PTT-Mitarbeiter/-Mitarbeiterin beim spontanen Notfall-Einsatz auf dem Schadenplatz kennen und daraus resultierte eine glückliche Ehe.


Ein Telefon für 80 Einwohner

Telefongeschichte an der Hauswand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im schweizerischen Tösstal, im Weiler Ottenhub, kündet diese Tafel an der Fassade eines abgelegenen alten Flarzhauses vom Einzug des ersten Telephons.

 

 Bemerkenswert ist der letzte Absatz des Textes:

Telephongeschichte-Tafel

Wenn Sie sich eine Führung durch das Telefonmuseum gönnen...

...ist das besser als nur stumme Apparate angucken. Sie werden viele weitere Fakten & Legenden zu hören bekommen. So mannigfaltig wie die Geräte, so bunt sind die amüsanten, grotesken, verblüffenden oder auch tragischen Geschichten dahinter. Willkommen im Telefonmuseum!